Dieser Beitrag richtet sich an alle, die eine Firmenfeier organisieren und dabei mehr wollen als Unterhaltung „von der Stange“: an Marketing- und Kommunikationsteams, an Produktmanagement, an Eventagenturen und an Geschäftsführungen, die kurz vor einer Buchungsanfrage stehen und wissen möchten, ob sich ein Showact wirklich auf ihr Unternehmen zuschneiden lässt – auf das Jahresmotto, ein neues Produkt oder eine Botschaft, die im Kopf der Gäste hängen bleiben soll. Die kurze Antwort vorab: Ja, das geht. Aber nicht jede Art der Einbindung wirkt – und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.
Kann man eine Zaubershow oder Mentalshow so anpassen, dass sie unser Produkt oder unsere Botschaft aufgreift?
Ja, und zwar besser, als man zunächst denkt. Mentalmagie arbeitet mit Worten, Zahlen und Gedanken statt mit zu vielen Requisiten – ein Jahresmotto, ein Produktname oder eine Kernbotschaft der Geschäftsführung lässt sich darin unterbringen, ohne dass die Show ihre Wirkung verliert. Viele Künstler werben mit „individuell anpassbar“, ohne zu erklären, was das konkret bedeutet. Ich möchte das an dieser Stelle greifbar machen.
In mehreren meiner Shows ist die Einbindung genau so passiert: Eine Botschaft läuft unauffällig durch das gesamte Skript, taucht in kleinen Momenten immer wieder auf – bis sie ganz am Ende, scheinbar aus dem Nichts, zum großen Reveal wird. Wenn dann ausgerechnet der Name des Unternehmens oder das neue Produkt als „Vorhersage“ enthüllt wird, die während der ganzen Show niemand hat kommen sehen, ist das der Moment, in dem ein Saal wirklich laut wird. Darüber hinaus kann man in gewissen Fällen auch die Produkte des Unternehmens als Requisit einsetzen. Genau dieser Überraschungseffekt ist der Unterschied zwischen einer Show, die zufällig bei irgendeiner Firma stattfindet, und einer Show, die sich wie für genau dieses Unternehmen gemacht anfühlt.
Wie sich Mentalmagie grundsätzlich in Firmenfeiern einfügt und welche Formate dafür infrage kommen, beschreibe ich auch auf meiner Seite für Firmenevents.
Wie läuft die Abstimmung in der Praxis ab?
Der erste Schritt ist immer ein kurzes Gespräch: Worum geht es bei der Feier, was soll bei den Gästen hängen bleiben, gibt es einen Claim, ein Motto oder ein Produkt, das eine Rolle spielen soll? Aus diesen Informationen entwickle ich, an welcher Stelle der Show sich die Botschaft am natürlichsten einbauen lässt – meistens nicht am Anfang, wo das Publikum noch abwartend ist, sondern dort, wo die Aufmerksamkeit bereits hoch ist.
Danach folgt in der Regel eine kurze Rückmeldung meinerseits, wie die Einbindung konkret aussehen könnte, damit auf Auftraggeberseite niemand überrascht wird. Wer möchte, bekommt vorab eine kurze Beschreibung des Ablaufs – ohne dass dabei die eigentliche Pointe verraten wird, denn die soll ja am Abend selbst wirken. Am Ende bleibt die Botschaft genau da, wo sie hingehört: eingebettet in die Show, nicht davor gestellt.
Welche Informationen braucht ein Mentalist für eine individuelle Show?
Für eine Standard-Show reichen mir die üblichen Eckdaten: Datum, Anlass, ungefähre Gästezahl, Ansprechpartner und ein Gefühl für die Gästestruktur. Für eine inhaltlich angepasste Show kommt eine zweite Ebene dazu, die deutlich mehr Substanz hat:
- das Jahresmotto oder der zentrale Claim der Veranstaltung,
- der Name oder die Kernbotschaft eines Produkts, das im Mittelpunkt stehen soll,
- die Kernaussage, die die Geschäftsführung im Kopf der Gäste verankern möchte,
- und wer tatsächlich im Raum sitzt, damit die Einbindung zur Zielgruppe passt und nicht nur zum Anlass.
Je konkreter diese Informationen sind, desto präziser lässt sich die Botschaft ins Skript einweben. Fehlen sie, bleibt es bei einer guten, aber generischen Show – individuell wird sie erst durch diese Details. Dabei geht es nicht darum, möglichst viel unterzubringen: Meistens wirkt eine einzige, klar gesetzte Botschaft stärker als drei verschiedene Botschaften, die um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Wie früh sollte man die Individualisierung ansprechen?
Am besten gleich bei der ersten Anfrage – oder sobald die Idee überhaupt entsteht, auch wenn das Datum der Feier noch gar nicht feststeht. Eine Woche vorher ist dafür in aller Regel zu spät, gerade in ohnehin vollen Wochen kurz vor einer Veranstaltung.
Der Grund ist einfach: Eine gute Einbindung lebt davon, dass ich mir die Botschaft, den Claim oder das Produkt in Ruhe ansehen und passend im Skript platzieren kann, statt sie in letzter Minute grob überzustülpen. Das ist etwas anderes als die reine Frage nach einem freien Termin, zu der ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe. Hier geht es nicht um Verfügbarkeit, sondern um Vorbereitungszeit für den Inhalt selbst – und die lässt sich nicht beliebig komprimieren, ohne dass die Qualität leidet.
Was funktioniert – und was funktioniert nicht?
Was gut funktioniert: eine Botschaft, die dezent durch die Show läuft und erst am Ende sichtbar wird. Genau diese Zurückhaltung erzeugt den Überraschungsmoment, der eine Mentalshow überhaupt erst ausmacht.
Was nicht funktioniert: eine Show, die zur verkappten Werbeveranstaltung wird. Sobald ein Slogan wortwörtlich vorgelesen oder eine Botschaft zu offensiv platziert wird, kippt die Stimmung – aus Staunen wird das Gefühl, gerade beworben zu werden. Das nimmt der Show genau die Wirkung, die sie eigentlich erzeugen soll, und wirkt am Ende sogar kontraproduktiv für die Botschaft, die transportiert werden sollte.
Deshalb spreche ich das in Vorgesprächen auch offen an, wenn eine gewünschte Einbindung zu plakativ wäre, und schlage eine subtilere Variante vor, die denselben Effekt erzielt. Eine Show, die auch mal „so lieber nicht“ sagt, ist am Ende die glaubwürdigere – und genau das schützt beide Seiten vor einem Abend, der nicht so wirkt wie gewünscht.
Als Faustregel hilft: Alles, was sich anfühlt wie ein Zitat aus der Pressemitteilung, gehört nicht in die Show. Alles, was sich anfühlt wie ein Insider-Moment, der nur für dieses Publikum funktioniert, gehört genau dorthin.
Für welche Anlässe eignet sich das besonders?
In der Praxis kommt der Wunsch nach einer inhaltlich angepassten Show meistens bei denselben Anlässen auf:
- Jahresauftakt oder Kick-off, bei dem ein neues Motto für die kommenden Monate stehen soll,
- Firmenjubiläen, bei denen die eigene Geschichte eine Rolle spielen darf, ohne dass daraus ein Rückblicksvortrag wird,
- Produkteinführungen, bei denen ein neuer Name oder Claim im Raum hängen bleiben soll,
Wie sich speziell der Moment einer Produktenthüllung inszenieren lässt, ist noch einmal ein eigenes Thema für sich – an dieser Stelle soll zunächst das Grundprinzip stehen: Eine Botschaft lässt sich einweben, wenn genug Vorlauf und die richtigen Informationen vorhanden sind, unabhängig davon, welcher der genannten Anlässe dahintersteckt.
Kostet eine individuell zugeschnittene Show mehr?
In der Regel ja, weil Recherche und Skript-Anpassung zusätzliche Vorbereitungszeit bedeuten. Diese Zeit fließt in das Angebot ein, weil sie sich direkt auf die Wirkung der Show auswirkt – eine sauber recherchierte Einbindung ist am Ende ein anderes Produkt. Wie sich der Preis für einen Mentalisten grundsätzlich zusammensetzt, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel zu den Kosten – die Individualisierung ist dort ein Baustein von mehreren, kein separater Aufpreis aus dem Nichts.
Fazit
Ob Jahresmotto, Produktlaunch oder eine Botschaft der Geschäftsführung: Eine Mentalshow lässt sich glaubwürdig darauf zuschneiden, wenn Recherche und Vorlauf stimmen – und wenn die Botschaft eingewoben statt aufgesagt wird. Am Ende zählt nicht, wie viel Unternehmen in der Show steckt, sondern wie natürlich es sich anfühlt.
Wenn Sie überlegen, wie sich das für Ihre Veranstaltung umsetzen lässt, sprechen Sie mich am besten frühzeitig an, idealerweise schon beim ersten Kontakt. Alle Formate dafür finden Sie auf meiner Seite für Firmenevents.
Über den Autor
Ich bin Florian Dolar, Mentalist für Bühnenshows, Walking Acts und Hypnose-Shows bei Firmen- und Privatevents deutschlandweit. Meine Leidenschaft für die Mentalmagie habe ich zu meinem Beruf gemacht, weil ich es liebe, Menschen zu begeistern und Erwachsene für einen Moment wieder zum Staunen zu bringen. Ich trete auf Deutsch und Englisch auf.