Es gibt Locations, die einem den Atem rauben. Ein Beachclub auf dem Dach eines Galeria Kaufhof mitten in der Kölner Innenstadt gehört dazu. Man kommt aus dem Aufzug, geht um die Ecke – und hat die ganze Stadt vor sich. Sand unter den Füßen, Lichter unter dem Geländer, und im Hintergrund die Silhouette, die jeder sofort erkennt.
Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Niederlassungen in Köln und Mönchengladbach hatte dort ihr Sommerfest ausgerichtet und mich als Walking Act gebucht. Dieser Artikel ist ein Bericht von diesem Abend – und gleichzeitig eine Sammlung dessen, was ich aus solchen Abenden über Sommerfeste auf Dachterrassen gelernt habe. Denn diese Locations sind großartig.
Warum eine Dachterrasse als Location so gut funktioniert
Der erste Grund ist offensichtlich: die Aussicht. Gäste, die abends aus dem Büro kommen, brauchen sonst eine Weile, um anzukommen. Auf einem Dach passiert das in dem Moment, in dem sie das erste Mal über die Brüstung schauen. Die Location erledigt den Übergang, für den man drinnen ein halbes Programm braucht.
Der zweite Grund ist die Bewegung. Auf einer Dachterrasse gibt es keine Bestuhlung in Reihen, keine feste Blickrichtung, keine Tischordnung, an die man sich hält. Die Leute wandern. Für eine Firma, die möchte, dass sich Abteilungen mischen, ist das mehr wert als jede Sitzordnungstabelle.
Und der dritte Grund: Es ist kein Konferenzraum. Bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in der ein großer Teil des Jahres aus Terminen, Fristen und Abschlüssen besteht, ist allein das schon ein Signal.
Und dann fing es an zu regnen
Der Abend fing trocken an. Später kam der Regen.
Das ist der Moment, in dem sich Sommerfest-Locations unter freiem Himmel entscheiden – und an dem sich auch entscheidet, ob das Programm den Abend trägt oder ihn zerlegt. Eine Bühnenshow hätte an diesem Punkt ein Problem gehabt: Technik, die nicht nass werden darf, und ein Publikum, das gerade nicht verteilt über die Location sitzt, sondern unter Markisen und Überdachungen zusammenrückt.
Ein Walking Act hat dieses Problem nicht. Ich brauche keinen Ton, kein Licht und keine Fläche, auf die alle schauen. Ich brauche Menschen, die beieinanderstehen – und die standen an diesem Abend zu gewissen Zeiten besonders eng.
Die Stimmung war entsprechend gut. Vielleicht sogar besser als bei durchgehendem Sonnenschein, weil ein gemeinsam durchgestandener Regenschauer etwas macht, was kein Programmpunkt schafft: Er sorgt dafür, dass alle dasselbe erlebt haben.
Die praktische Lehre daraus: Wenn Sie ein Sommerfest unter freiem Himmel planen, sollte mindestens ein Programmteil regenfest sein – nicht im Sinne von „wasserdicht“, sondern im Sinne von „funktioniert auch, wenn die Gäste plötzlich woanders stehen als geplant“. Über das Gegenstück – ein Sommerfest bei vierzig Grad, wo genau umgekehrte Regeln gelten – habe ich in Heißes Sommerfest: Bühne und Walking Act bei 40 Grad geschrieben.
Was an diesem Abend passiert ist
Ich arbeite bei einem Walking Act in Runden: fünf bis zehn Minuten bei einer Gruppe, dann weiter zur nächsten. Kein Mikrofon, keine Ansage, kein Auftritt im klassischen Sinn – ich komme dazu, es passiert etwas, das sich niemand erklären kann, Leute staunen, lachen und rätseln, und ich bin schon bei der nächsten Gruppe.
An diesem Abend ist etwas passiert, das ich immer als das eigentliche Qualitätsmerkmal betrachte: Die Gäste sind mitgegangen. Nicht alle, aber einige – von Tisch zu Tisch, von Gruppe zu Gruppe, weil sie sehen wollten, was als Nächstes kommt, und weil sie den Gesichtern der anderen zusehen wollten, wenn es passiert. Manche haben sogar ihre Kollegen gezielt zu mir geholt, damit auch sie in den Genuss dieser Faszination kommen konnten.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil es die Richtung umdreht. Normalerweise bringt der Gastgeber die Gäste zum Programm. Hier kam das Publikum von selbst mit. Am Ende des Abends kam mehrfach derselbe Satz, in Variationen: Du musst bitte wiederkommen.
Warum solche Momente hängen bleiben und ein Programmpunkt auf dem Ablaufplan nicht, habe ich in Warum Gäste Erlebnisse statt Programmpunkte in Erinnerung behalten ausführlicher beschrieben.
Ein Publikum, das beruflich prüft
Ein Wort zum Publikum, weil es für die Auswahl eines Showacts wirklich einen Unterschied macht.
Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer sind beruflich darin geübt, Dinge nicht einfach zu glauben. Das ist keine Charakterfrage, das ist der Job. Ich erlebe bei solchen Gruppen regelmäßig, dass in der ersten Minute mitgedacht statt gestaunt wird: Wo ist die Karte, wann wurde was geschrieben, was habe ich ihm gesagt, wie habe ich Dinge formuliert, was habe ich versucht zu suggerieren, ohne das andere es merken?
Genau deshalb funktioniert Mentalmagie bei diesem Publikum so gut – vorausgesetzt, man arbeitet sauber. Wer analytisch zusieht, bekommt am Ende nicht das Gefühl „nettes Programm“, sondern erlebt die Magie. Und diese bespricht man. Häufig noch am nächsten Arbeitstag und darüber hinaus.
Sechs Dinge, die ich bei Sommerfesten auf Dachterrassen empfehle
- Der Regenplan ist ein Programmplan, kein Zeltplan. Klären Sie nicht nur, wohin die Gäste gehen, wenn es regnet, sondern auch, was das Programm dann macht. Formate, die eine Bühne brauchen, fallen in diesem Moment aus.
- Wind wird unterschätzt. In der Höhe zieht es fast immer. Alles, was leicht ist – Karten, Papier, Servietten, Deko – muss das aushalten. Mein Programm ist darauf ausgelegt; Ihr Catering und Ihre Tischdeko sollten es auch sein.
- Rechnen Sie mit Geräusch. Musik, Stadtgeräusche, viele Gespräche auf wenig Fläche. Alles, was über ein Mikrofon läuft, braucht hier deutlich mehr Technik als drinnen. Alles, was ohne funktioniert, ist im Vorteil.
- Kalkulieren Sie die Zeit pro Gruppe realistisch.
Als Faustregel: In zwei Stunden erreiche ich ungefähr 70 bis 90 Gäste einmal vernünftig – je nachdem, wie stark die Gruppen sich vermischen. Wer 250 Gäste hat, braucht entweder mehr Zeit oder eine zusätzliche Sequenz für alle (in Form einer Bühnenshow). - Legen Sie das Programm nicht auf den Beginn. Auf einem Dach kommen die Gäste gestaffelt an und brauchen zwanzig Minuten für Aussicht, Getränk und erste Gespräche. Vorher passiert nichts Sinnvolles.
- Sagen Sie dem Team nichts. Der schönste Moment eines Walking Acts ist der, in dem niemand damit gerechnet hat.
Für Kölner Firmen: kurze Wege
Mein Sitz ist im Rheinland, und Köln ist eine der Städte, in denen ich am häufigsten spiele – von Firmenfeiern über Sommerfeste bis zu Veranstaltungen in Hotels wie dem Maritim. Was das praktisch bedeutet: kurze Anfahrt, keine Übernachtungskosten, und bei kurzfristigen Anfragen eine gute Chance, dass es noch klappt.
Mehr dazu auf der Seite Mentalist in Köln – oder direkt zu den Formaten unter Mentalist für Firmenevents.
Häufige Fragen zu Sommerfesten auf Dachterrassen
Funktioniert ein Showact auch, wenn es regnet? Ein Walking Act ja – er braucht keine Bühne, kein Licht und keinen Ton. Ein Bühnenprogramm ist unter freiem Himmel immer ein Risiko, wenn es keine überdachte Ausweichfläche gibt.
Wie lange sollte der Act auf einem Sommerfest dauern? Für 70 bis 90 Gäste sind zwei Stunden Walking Act ein guter Richtwert, gern in zwei Blöcken mit Pause. Bei größeren Festen kombiniert man das sinnvoll mit einem kurzen Bühnenteil.
Was kostet ein Mentalist für ein Sommerfest? Dies habe ich ausführlich in Was kostet ein Mentalist für die Firmenfeier? für meine eigenen Kosten beschrieben.
Brauchen wir für einen Walking Act Technik? Nein. Strom, Bühne, Licht und Ton sind nicht nötig. Hilfreich ist nur ein kleiner Platz, an dem ich meine Sachen trocken und geschützt abstellen kann.
Wann sollten wir für ein Sommerfest anfragen? Für Termine im Juni bis August am besten im Winter oder Frühjahr. Die Sommermonate sind früh ausgebucht – kurzfristige Anfragen lohnen sich trotzdem, weil Termine manchmal frei werden.
Sie planen ein Sommerfest in Köln oder im Rheinland? Schreiben Sie mir Datum, Location, ungefähre Gästezahl und Zeitfenster – gemeinsam finden wir ein Format, welches an Ihrem Abend funktioniert.
Über den Autor
Ich bin Florian Dolar, Mentalist für Bühnenshows, Walking Acts und Hypnose-Shows bei Firmen- und Privatevents deutschlandweit. Meine Leidenschaft für die Mentalmagie habe ich zu meinem Beruf gemacht, weil ich es liebe, Menschen zu begeistern und Erwachsene für einen Moment wieder zum Staunen zu bringen. Ich trete auf Deutsch und Englisch auf.