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Gedankenspiele

Das Magazin für gelungene Veranstaltungen

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Warum Menschen stehen bleiben – und wie Sie das für Ihren Messestand nutzen

Mentalist Florian Dolar unterhält eine stehende Gruppe bei einem Firmenevent

Wenn Sie als Marketing- oder Messeverantwortliche den nächsten Messeauftritt planen, kennen Sie diesen Moment: Der Stand steht, das Team ist gebrieft, die Broschüren liegen bereit – und trotzdem gehen die meisten Besucher einfach vorbei. Nicht, weil Ihr Angebot uninteressant wäre. Sondern weil auf einer Messe Hunderte Stände gleichzeitig um dieselbe Aufmerksamkeit konkurrieren und der durchschnittliche Besucher pro Gang gefühlt nur eine Sekunde pro Stand vergibt.

Ich bin Mentalist und arbeite auf Firmenveranstaltungen, Sommerfesten und Events. Meine Arbeit besteht im Kern nicht darin, Menschen zu unterhalten, die bereits sitzen und warten. Sie besteht darin, Aufmerksamkeit dort zu erzeugen, wo niemand darauf gewartet hat. Bei einem Eventtag im in einem großen Einkaufszentrum in Oberhausen war den Besuchern zwar angekündigt, dass Künstler vor Ort sind – aber nicht welche Art und jede einzelne Gruppe musste trotzdem im Vorbeigehen gewonnen werden. Genau dieser Mechanismus ist es, der auf einem Messestand den Unterschied macht.

Dieser Artikel beschreibt ihn aus der Perspektive dessen, der die Aufmerksamkeit tatsächlich erzeugt.

Warum bleiben Messebesucher an einem Stand stehen?

Messebesucher bleiben nicht wegen eines Standes stehen, sondern wegen anderer Menschen.
Drei Mechanismen wirken dabei zusammen:

Reaktion zieht mehr als Gestaltung. Ein bewegtes Gesicht, ein Lachen, ein hörbares Staunen – das nimmt das periphere Sichtfeld auf, bevor der Kopf überhaupt gedreht wird. Ein Roll-up tut das nicht, egal wie gut es gestaltet ist.

Unabgeschlossenheit erzeugt Sog. Wer eine Situation sieht, deren Ausgang offen ist, bleibt stehen, um das Ende mitzubekommen. Deshalb funktionieren kurze Momente mit klarem Höhepunkt auf einer Messe deutlich besser als eine durchgehende Präsentation.

Menschen bilden Trauben. Sobald drei Personen stehen, bleibt die vierte fast automatisch stehen. Die erste Gruppe ist die schwierigste – danach arbeitet der Effekt für Sie.

Ein Showact vor dem Stand nutzt alle drei Mechanismen gleichzeitig. Er ersetzt keinen guten Messeauftritt, aber er löst das Problem, das jedem guten Messeauftritt vorgelagert ist: dass überhaupt jemand anhält.

Was bringt ein Showact am Messestand konkret?

Drei Effekte, die sich im Nachgang auch auswerten lassen:

  • Höhere Anhaltequote. Deutlich mehr Besucher stoppen, weil ein sozialer Anlass entsteht statt einer Verkaufssituation.
  • Längere Verweildauer. Wer einmal steht, geht selten sofort weiter – und wer länger steht, ist ansprechbar.
  • Ein natürlicher Gesprächseinstieg. Ihr Team muss niemanden mehr kalt ansprechen. Der Einstieg ist bereits da, das Gespräch beginnt mit einer geteilten Erfahrung statt mit „Darf ich Ihnen kurz erklären, was wir machen?“.

Dazu kommt ein Effekt, der erst nach der Messe sichtbar wird: Erinnerbarkeit. Nach drei Messetagen erinnert sich kaum jemand an Standfarben. An den Moment, in dem ein Fremder den gedachten Namen eines geliebten Familienmitglieds ausgesprochen hat, erinnern sich Menschen noch Wochen später – und mit ihm an Ihren Firmennamen.

Warum arbeiten so viele Mentalisten auf Messen?

Weil Mentalmagie fast alle Anforderungen des Messeumfelds von sich aus erfüllt. Sie funktioniert ohne Bühnenaufbau, ohne großes Requisit und ohne Vorbereitungszeit zwischen zwei Gruppen. Sie ist in wenigen Minuten abgeschlossen, braucht keinen festen Zuschauerkreis und lässt sich jederzeit unterbrechen, wenn ein Gespräch entsteht. Und sie ist inhaltlich anschlussfähig: Wahrnehmung, Entscheidungen und Intuition lassen sich mit fast jeder Unternehmensbotschaft verbinden. Mentalmagie ist deshalb im Messeumfeld ein etabliertes Format – nicht als Dekoration, sondern als Werkzeug zur Besucheransprache.

Walking Act oder Bühnenshow am Stand – was passt wann?

Beides, mit unterschiedlichen Aufgaben. Ich empfehle für Messen fast immer die Kombination.

Der Walking Act ist der Dauerstrom. Ich bewege mich direkt vor Ihrem Stand zwischen den vorbeigehenden Besuchern, spreche einzelne Gruppen und Personen an und arbeite mit kurzen, in sich abgeschlossenen Momenten. Dafür brauche ich keine Technik, kein Mikrofon und keine Fläche – nur den Bereich unmittelbar vor Ihrem Stand. Dieses Format erzeugt den kontinuierlichen Zulauf über den gesamten Messetag.

Die Bühnenshow ist das Highlight zu festen Zeiten. Sie eignet sich besonders, wenn ohnehin ein Programmpunkt geplant ist: eine Verlosung, eine Preisübergabe, eine Produktvorstellung. Hier baue ich eine größere Gruppe auf, arbeite mit Mikrofon und führe auf einen gemeinsamen Höhepunkt hin. Angekündigte Showzeiten geben Ihrem Team außerdem ein Argument für die Ansprache: „Um 14 Uhr passiert bei uns etwas – kommen Sie vorbei.“

Welches Format wann sinnvoll ist, hängt stark von Standgröße und Messetyp ab. Ähnliche Überlegungen gelten auch bei Firmenfeiern; die Unterschiede beider Formate beschreibe ich ausführlicher auf meiner Seite zu Mentalmagie für Firmenevents.

Wie lang sollte eine Performance auf der Messe sein?

Kurz. Deutlich kürzer, als die meisten Planer erwarten.

Messebesucher haben Termine, Hallenpläne und begrenzte Zeit. Ein Walking-Act-Moment dauert bei mir wenige Minuten pro Gruppe – lang genug für echtes Staunen, kurz genug, dass niemand das Gefühl hat, festgehalten zu werden. Über den Tag entsteht daraus kein einzelner Auftritt, sondern ein durchgehender Rhythmus direkt vor Ihrem Stand: anhalten, staunen, weitergeben, nächste Gruppe.

Für die Bühnenshow plane ich rund 15 bis 20 Minuten zu vorher angekündigten Zeiten, typischerweise zwei- bis dreimal am Tag. Alles darüber hinaus arbeitet gegen Sie: Wer zwanzig Minuten steht, blockiert die Fläche für neue Besucher, ohne dass die Wahrscheinlichkeit eines Gesprächs weiter steigt.

Wie kommt der Besucher vom Staunen ins Verkaufsgespräch?

Durch eine aktive Übergabe – und die ist Absprachesache, nicht Zufall.

Nach dem Moment des Staunens leite ich die Besucher nicht einfach weiter, sondern führe sie in den Stand und übergebe sie an eine konkrete Person aus Ihrem Team, möglichst mit Namen. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Act, der unterhält, und einem Act, der Leads erzeugt.

Damit das funktioniert, bespreche ich vor dem ersten Messetag mit Ihrem Standteam drei Dinge: wer die Übergabe annimmt, welches Signal ich gebe, und wie der erste Satz Ihres Teams lautet. Fünf Minuten Vorbereitung, die über den gesamten Effekt entscheiden.

Welche Fehler zerstören den Effekt?

Die häufigsten sind vermeidbar:

  • Der Künstler steht im Stand statt davor. Wer bereits im Stand ist, ist schon gewonnen. Die Arbeit passiert an der Kante zum Gang.
  • Zu lange Sets. Sie erzeugen eine Zuschauermenge, die konsumiert, statt einer Besucherfolge, die anschließend ins Gespräch geht.
  • Das Standpersonal ist nicht eingebunden. Ohne Absprache entsteht Unterhaltung ohne Übergabe – die Besucher staunen und gehen weiter.
  • Keine Verbindung zur Botschaft. Ein Act, der thematisch völlig losgelöst ist, bleibt Dekoration. Ein Aufhänger zu Ihrem Produkt oder Claim kostet nichts und wirkt erheblich.

Halbtags, ganztags oder mehrere Messetage?

Das hängt vom Besucherstrom ab:

Halbtags eignet sich, wenn Ihre Messe klare Stoßzeiten hat – häufig Vormittag oder früher Nachmittag. Sie konzentrieren die Wirkung dort, wo der Gang voll ist.

Ganztags ist sinnvoll bei Publikumsmessen und durchgehend hohem Aufkommen, ebenso wenn Sie feste Showzeiten ankündigen möchten.

Mehrtägig empfiehlt sich auf Leit- und Fachmessen. Der zweite und dritte Tag profitieren zusätzlich davon, dass sich unter Besuchern und Nachbarständen herumspricht, wo etwas passiert.

In welchen Städten bin ich für Messeeinsätze buchbar?

Innerhalb von Nordrhein-Westfalen bin ich bei eintägigen Engagements ohne Übernachtung buchbar – das betrifft die Messestandorte Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund. Deutschlandweit komme ich mit Übernachtung, unter anderem nach Frankfurt, München, Nürnberg, Hannover, Stuttgart, Leipzig, Hamburg und Berlin.

Bei mehrtägigen Messen plane ich die Anreise möglichst so, dass ich bereits am Vorabend vor Ort bin. Auf einer Messe gibt es keinen Puffer für Verspätungen.

Wie fange ich an?

Am einfachsten mit drei Angaben: Messe und Standort, Ihre Standgröße und die geplanten Messetage. Daraus schlage ich Ihnen einen Ablauf vor – welches Format wann läuft, wie viele Showzeiten sinnvoll sind und wie die Übergabe an Ihr Team organisiert wird.

Wann Sie sinnvollerweise anfragen, hängt stark von der Saison ab. Für stark nachgefragte Zeiträume lohnt sich früher Kontakt; ich habe das am Beispiel der Weihnachtssaison ausführlich beschrieben: Wann buche ich den Showact für die Weihnachtsfeier?

Alle Formate, Ablaufmöglichkeiten und Referenzen finden Sie auf meiner Seite Mentalist für Firmenevents. Schreiben Sie mir gern, welche Messe Sie planen – ich sage Ihnen offen, ob und in welcher Form ein Showact bei Ihrem Standkonzept einen Unterschied macht.

(Foto: Ingo Hilger)

Über den Autor

Ich bin Florian Dolar, Mentalist für Bühnenshows, Walking Acts und Hypnose-Shows bei Firmen- und Privatevents deutschlandweit. Meine Leidenschaft für die Mentalmagie habe ich zu meinem Beruf gemacht, weil ich es liebe, Menschen zu begeistern und Erwachsene für einen Moment wieder zum Staunen zu bringen. Ich trete auf Deutsch und Englisch auf.